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Svartisen - der schwarze Riese

Das schwarze Eis, das langsam stirbt

Klingt düster. Ist es auch. Svartisen heißt übersetzt schlicht: „Das schwarze Eis“. Nicht, weil es wirklich schwarz ist – sondern weil es im Vergleich zum weißen Schnee dunkler erscheint. Und dunkler bedeutet: es schmilzt schneller. Pech für einen Gletscher.



Svartisen liegt in Nordnorwegen, zieht sich durch den Polarkreis wie ein müder Rückenpanzer einer uralten Schildkröte. Er ist der zweitgrößte Gletscher Norwegens (nach dem Jostedalsbreen) und besteht eigentlich aus zwei Teilen: dem Vestre Svartisen und dem Østre Svartisen. Zusammen etwa 370 km² Gletscherfläche. Also – etwa. Denn das wird jedes Jahr weniger.

Zur Einordnung: Das ist ungefähr so groß wie Köln. Nur eben aus Eis. Und Jahr für Jahr frisst sich das Klima durch die Fläche wie Termiten durch altes Holz.


Der Svartisen war einmal stolz – einer der tiefstgelegenen Gletscher Europas. Nur 20 Meter über Meeresspiegel – Gletschertourismus für Faule. Heute kann man dem Eis beim Rückzug zusehen. Und dabei denken: Wenn das Schwarze Eis geht, was bleibt dann noch?

Vielleicht nur ein Name. Und die traurige Ironie, dass ausgerechnet das „dunkle“ Eis schneller stirbt als das helle.

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