top of page

Lourdes - Madonnen, Massen, Moneten

Lourdes – das spirituelle Shoppingcenter der Pyrenäen. Ohne die Müllerstochter Bernadette und ihre Visionen 1858 wäre es einfach ein verschlafenes Kaff. Stattdessen: vier Millionen Pilger pro Jahr, die im Stau der eigenen Hoffnung anstehen.



Die Grotte von Massabielle? Ein heiliger Fließbandbetrieb: Kerzen rein, Gebete raus, Wasser in Kanister füllen. Über 70 anerkannte „Wunderheilungen“ – eine Trefferquote, die jede Apotheke erröten lässt.



Die Basilika erhebt sich wie ein steinernes Disneyland der Frömmigkeit über dem Ort, mehrstöckig, mehrkuppelig, als müsste sie den Himmel architektonisch unter Druck setzen. Und drum herum: Souvenirshops bis zum Horizont – von Plastikmadonnen bis zu Kanistern für das „heilige Wasser“, das erstaunlich profan aus dem Berg gepumpt wird. Hier wird Glauben zur Währung, und jeder Euro klingt wie ein „Ave Maria“ in der Kasse.


Lourdes ist weniger Ort der Wunder als eine Maschine, die Hoffnung in Hartgeld presst – und das ziemlich erfolgreich.



Kommentare


bottom of page